Bestanden!

Bestanden!

Bestanden!

Wer dachte, eine Prüfung für den PKW-Führerschein oder eine Klausur in Angewandter Mathematik mit Differenzialgleichungen 2. Ordnung wäre eine Herausforderung, der sollte es mal mit dem Pilotenschein (PPL(A)) versuchen.

Ein Flugzeug in die Luft zu bringen ist nicht schwer. Es dort zu halten und nachher auch noch sicher zu landen, schon eher. Aber die Tücke liegt im Detail. Die dritte Dimension als zusätzlicher Freiheitsgrad eröffnet nicht nur neue Perspektiven, sie hat auch die eine oder andere Überraschung parat. Und so gilt es, keinen Punkt der Checkliste zu vergessen, sauber zu navigieren, ordentlich zu funken und nebenbei nicht abzustürzen. Und von einem Piloten wird erwartet, dass er nicht nur das Flugzeug steuern kann, sondern auch, zu wissen, warum es fliegt (und wann nicht mehr), wie Anzeigen, Steuerungen, Motorsysteme usw. heißen und wie sie im Detail funktionieren. Harter Tobak! Das macht durchaus Sinn, weil man dadurch Probleme durch Fehlbedienungen, Ausfälle oder Umwelteinflüsse verhindern oder lösen kann. Sie fordern den angehenden Piloten aber auch ordentlich.

Wenn man dann – wie ich – auch noch an sich selbst recht hohe Ansprüche stellt, merkt man, wie hoch der Hammer hängt und man sich zum Bestehen der theoretischen und praktischen Prüfung strecken muss. Beim ersten Versuch hat es nicht funktioniert, daher war es heute umso erfreulicher, dass der Prüfer mir direkt nach Abstellen des Triebwerks zur bestandenen Prüfung gratulierte. Und trotz erfolgreich absolviertem Programm gab es anschließend zu Recht Gemecker, diesmal allerdings sehr konstruktiv und wohlwollend.

Ich war trotz eigener Ansage bedrohlich nah an ein Luftsperrgebiet herangeflogen (demnächst deutlichere Kurskorrekturen!) und Steilkurven sind offenbar nicht mein Ding (obwohl mir 45° beim Motorrad wirklich liegen). Und auch eine Notlandung (Ziellandeübung aus 2000 Fuß über Grund ohne Triebwerk) kann man noch perfekter machen. Wichtig – und das wurde honoriert – ist, dass man die Grundtendenz (zu hoch/zu niedrig/zu weit weg etc.) richtig einschätzt und aktiv korrigiert und auf echte Gefahrensituationen (Triebwerkausfall im Startlauf) schnell und richtig reagiert. Dann darf der erste Versuch auch mal mit einem selbst entschiedenen „Go around“ abgebrochen werden (zur Not hätte es gepasst, aber man soll die Landung nicht erzwingen) und danach macht man es besser. Wenn einem (wie heute) dann der Prüfer auch im Cockpit fair positives Feedback gibt, dann bügelt man die Unzulänglichkeiten dann eben wieder aus. Und Fehler macht man zuhauf. Gut, wenn man sie selbst erkennt (wenn auch spät) und man einen Plan-B hat bzw. sich nicht beirren lässt. Auch das war im zweiten Versuch deutlich entspannter, vielleicht aber auch deshalb, weil ich den Stress einer Prüfung als weitere Standard-Aufgabe für den Piloten verstanden habe. Hätte mir früher auffallen können, aber die paar Flugstunden mehr, haben mir definitiv nicht geschadet. Es macht immer wieder mal „Klick“ und auf einmal ist das, womit sich der Fluglehrer vorher den Mund fusselig geredet hat, sonnenklar.

Jetzt darf ich auch ohne Fluglehrer oder Flugauftrag den Himmel „unsicher“ machen und habe verstanden, dass die Lernphase 2 begonnen hat, die erst am letzten Tag der aktiven Fliegerei aufhört. Das ist die nächste Herausforderung. Challenge accepted.

Besonders bedanken möchte ich mich beim gesamten Team der Westflug an „meinem“ Heimatflughafen EDKA (Aachen-Merzbrück). Allen voran natürlich meinen Fluglehrern – hier besonders Heinz, Andreas und Sven (der vom Schnupperflug), die mir – jeder auf seine Art – das Fliegen beigebracht und mich geschliffen haben. Aber auch die Dozenten der theoretischen Ausbildung haben alles gegeben, um uns nicht nur fit für die Theorie zu machen, sondern eben das nötige Basiswissen zu vermitteln. Und last but not least sind da die freundlichen und fleißigen Damen und Herren im Office bzw. in der Technik, die dafür sorgen, dass wir überhaupt in die Luft gehen können. Danke schön!

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